
Die neue Vorstandschaft des Seliger-Gemeinde Landesverbandes Bayern: Vorsitzender Herbert Schmid (Mitte), die Stellvertreter/in Anita Berek (5.v.re.) und Harald Zahel (5. V.li.), Kassier Peter-Schmid Rannetsperger (2.v.li.), Schriftführer Gerhard Barenbrügge (2.v.re.), die Revisorin Walburga Steffan (3.v.re.) sowie die Beisitzer Peter (li.) und Renate (3.v.li.) Heidler, Peter Wesselowsky (4.v.l.), Klaus Adelt, (re.) und Reinhold Strobl (4.v.re.)
„Dreigestirn“ führt den Seliger-Gemeinde Landesverband Bayern
Herbert Schmid folgt auf Peter Wesselowsky - Anita Berek neu im Vorstandsteam
Die Seliger-Gemeinde Bayern lud am 08. November zur Landeskonferenz am 08. November ins Karl-Bröger-Haus in Nürnberg ein. Zentral im historischen Gebäude, direkt am Südausgang des Bahnhofs, tagte der Landesverband Bayern am Jahrestag der Ausrufung des Freistaats Bayern durch den Ministerpräsidenten Kurt Eisner zu den anstehenden Aktivitäten und hielt seine Neuwahlen ab.
Der amtierende Vorsitzende, Peter Wesselowsky aus Ochsenfurt, begrüßte die Anwesenden und freute sich über die rege Teilnahme. Er informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das Ableben der Ehrenvorsitzenden Olga Sippl am 18. September, teilte ein paar persönliche Erinnerungen und lud zu einer Schweigeminute ein. Wesselowsky stellte den ungebrochenen Optimismus von Olga Sippl heraus, die trotz vieler persönlicher Schicksalsschläge bis zu Letzt mit ihren Visionen, klaren und deutlichen Worten die Geschicke der Seliger-Gemeinde begleitete. Ihre Ausführungen zu den Ereignissen der letzten Jahrzehnte blieben in den Sudeten-Jahrbüchern, den Brücke-Ausgaben, vielen persönlichen Briefen und ihren Publikationen der Nachwelt erhalten.
Anschließend erstattete er Bericht über die vergangenen Jahre und bedankte sich bei den weiteren Vorstandsmitgliedern und der Bundesgeschäftsstelle für ihre Unterstützung. Trotz nicht immer einfachen Umständen habe die Seliger-Gemeinde Bayern echte Solidarität vorgelebt und viel bewegt. Wesselowski erinnerte an die vielen Reisen und ihre Begegnungsmomente, die anfänglich von der Gruppe München organisiert wurden und nun als Studienfahrt des Bundesverbandes weitergeführt würden. Ein nachhaltiges und erfolgreiches Symbol dafür sei der „Wenzel-Jaksch-Baum“ in seinem Geburtsort Langstrobnitz im Böhmerwald, der zusammen mit der tschechischen Bevölkerung gepflanzt und seit her von dieser liebevoll gepflegt werde.
„Nach den sozialdemokratischen Grundsätzen solidarisch und uneigennützig“
Nach dem Kassenbericht von Peter Schmid-Rannetsperger und dem Bericht der Revisoren, vorgetragen von Herbert Schmid erteilte die Versammlung dem Vorstand und dem Kassier einstimmig die Entlastung. Peter Wesselowsky erklärte, dass er nicht wieder für das Amt des Vorsitzenden zur Verfügung stehe und freute sich, dass mit Herbert Schmid, Harald Zahel der Bürgermeisterin von Bad Alexandersbad, Anita Berek, ein „Dreigestirn“ den Landesverband führen wolle. Besonders die Bereitschaft von Anita Berek freute ihn, da die Seliger-Gemeinde bei den beiden Jahresseminaren regelmäßig vor Ort, sei und zusammen mit ihr die Gemeinschaft gepflegt werde, „die auch im Vorstand, der nach den sozialdemokratischen Grundsätzen solidarisch und uneigennützig denkt und handelt, herrsche!“ Also sei dies eine gute Voraussetzung für eine weitere erfolgreiche Arbeit und so schlug er die drei der Versammlung zur Wahl vor. Da sich alle bisherigen Vorstandsmitglieder zur weiteren Arbeit bereit erklärten, sei die Seliger-Gemeinde Bayern mit einem neuen Vorsitzenden und einem bewährten und erfahrenen Vorstand gut für die Zukunft aufgestellt, verabschiedete sich Wesselowsky aus seinem Amt.
Einstimmigkeit bei den Neuwahlen
Die anschließende Wahl durch den Wahlvorstand Reinhold Strobl und Walburga Steffan bestätigte die Vorschläge Wesselowskys einstimmig, so dass der neue Vorstand der Seliger-Gemeinde Bayern wie folgt aussieht:
Vorsitzender: Herbert Schmid, Weiden
Stellvertreter/in: Anita Berek, Bad Alexandersbad und Harald Zahel, Pegnitz
Schriftführer: Peter Kögler, Ansbach und Gerhard Barenbrügge, München
Schatzmeister: Karl Garscha, Bruckmühl und Peter Schmid-Rannetsperger, Waldkraiburg
Revisoren: Walburga Steffan, München und Christian Reppe, Memmingen
Jugendvertreter: Jason Heidler, Hof
Beisitzer: Klaus Adelt, MdL a.D., Selbitz; Inge Aures, MdL a.D., Kulmbach; Peter und Renate Heidler, Hof; Christa Naaß, MdL a.D., Obererlbach; Rainer Pasta, Geiselhöring; Meinhard Schütterle, Memmingen; Reinhold Strobl, MdB/MdL a.D., Schnaittenbach und Peter Wesselowsky, Ochsenfurt.
Das Erbe der deutschböhmischen Sozialdemokratie bewahren
Die Antrittsrede Herbert Schmids, ehemaliger Geschäftsführer von Arbeit und Leben Weiden und Landesvorsitzender der SJD - Die Falken, Bayern sowie der NaturFreunde Weiden, war wie erwartet feurig und mahnend zugleich. Der neu gewählte Landesvorsitzende betonte in seiner Rede, dass es ihm wichtig sei, das Erbe der deutschböhmischen Sozialdemokratie zu bewahren. In einer Zeit, in der Feinde der Demokratie unsere Lebensweise von innen und außen bedrohten, könne nur der demokratische Sozialismus ein Leben in Freiheit und Würde für alle sicherstellen. Schon vor 100 Jahren hat die Sozialdemokratie in Heidelberg 1925 am Geburtsort von Friedrich Ebert in ihrem Heidelberger Programm von 1925 für dieses Ziel geworben. Auch heute kann gegen Klassismus und Aggression durch Putin nur ein in Vielfalt geeintes Europa Bestand haben.
Herbert Schmid erinnerte in diesem Zusammenhang an die Arbeit seiner Vorgänger Erich Sandner (27 Jahre bis 2006), Günther Beiter (2006-2009), Peter Heidler (2009-2018) und Peter Wesselowsky (2019-2025). Schmid stellte weiter klar, was ein Landesverband der Seliger-Gemeinde heute – im Gegensatz zu mitgliederstarken Zeiten in vergangenen Jahren – nicht mehr leisten könne. Er erklärte, dass u.a. die von Karl Garscha organisierten Seminare des LV Bayern zu Beginn des 21. Jahrhunderts – nicht mehr leistbar seien und dies nun vom Bundesverband übernommen worden wäre. Schmid stellte aber auch klar, was er aufgrund seiner beruflichen und ehrenamtlichen Erfahrung in den Landesverband einbringen und mit diesem umsetzen könne. Aus einer Symbiose dieser beiden Standpunkte solle bei der konstituierenden Sitzung des Landesvorstandes am 12.12.2025 ein Arbeitsprogramm für die kommenden 2 Jahre erarbeitet werden. Schmid lud alle dazu ein, sich mit ihrem Engagement und ihrer Erfahrung zu beteiligen.
Abschießend bedankte er sich für die bemerkenswerte Arbeit des ausscheidenden Vorsitzenden Peter Wesselowsky, der seinerseits wiederum Schmid für sein neues Amt viel Glück und Erfolg wünschte Symbolisch überreichte er ihm dafür einen Krug der Kauzen-Brauerei aus Ochsenfurt: „Die Eule (Kauz) soll dir ein Symbol für Klugheit und Weisheit sein und dich daran erinnern, mit Verstand das gute Bier zu trinken!“
Unter Sonstiges, Wünsche und Anträge beschloss die Versammlung u.a. die Aktivitäten des Bundesverbandes, vor allem die geplante Publikation „75 Jahre Seliger-Gemeinde“ mit einem finanziellen Beitrag von 2000.- Euro zu unterstützen, wofür sich Bundesgeschäftsführer Rainer Pasta sehr bedankte.

Schweigeminute für die verstorbene Ehrenvorsitzende Olga Sippl.

Ein Kauzen-Krug vom alten für den neuen Vorsitzenden