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Gedenktafel für Emil Kutscha

Veröffentlicht am 04.11.2025 in Allgemein

Am 1. November 2025 hat Michal Berg (re.) im Beisein des Bürgermeisters und der Bürger von Moravice und Umgebung feierlich die Gedenktafel an den gebürtigen sudetendeutschen Sozialdemokraten Emil Kutscha enthüllt. Für die Seliger-Gemeinde, die sich finanziell an der Tafel beteiligt hat, war Libor Rouček (li.), Mitglied des Bundesvorstandes, dabei.

 

„Es ist notwendig, Orten ihre Namen und ihre Geschichten zurückzugeben“

Enthüllung der Gedenktafel für Emil Kutscha in Moravice – Libor Rouček vertrat die Seliger-Gemeinde

Am 12. Oktober vor 130 Jahren wurde im Dorf Moravice in Opava/Schlesien Emil Kutscha, bedeutender sudetendeutschen Journalist, Mitglied der Deutschen Sozialdemokratie (DSAP) und Antifaschist, geboren. Mit wenigen Tagen Abstand wurde für diesen vorbildlichen Demokraten und Antifaschisten am 1. November 2025 in seiner Heimatstadt eine Gedenktafel enthüllt

Initiator der Gedenktafel ist Michal Berg, ehemaliger Co-Vorsitzender der tschechischen Grünen, zuvor auch ein externer Mitarbeiter von Deník für Opava und Hlučín. „Er kam von hier wie ich, lebte in Opava in derselben Straße wie ich, und als er vor dem Nazismus floh, fühlte er sich wie ich jetzt“, so Berg in einem Kommentar. Ihm eine Erinnerungsplakette zu machen sei eigentlich eine Kleinigkeit. Viel wichtiger werde es sein, den gleichen Mut zu zeigen, wie diese Antifaschisten, wenn der Faschismus wieder hier ankomme, so Berg weiter.

Sich für Geschichte zu interessieren sei dann entscheidend, wenn wir daraus lernen und unser Bestes tun wollen, um zu verhindern, dass die Schrecken des Nationalismus wieder alles zerstören, was wir haben, genau wie sie es in den 1920ern getan haben, sagte Michal Berg bei der Enthüllung der Gedenktafel, zu der auch die Seliger-Gemeinde ihren Beitrag leistete.

Er dankte Bürgermeister Josef Dus für seine Mitarbeit, ebenso wie dem Historiker Michael Rataj, der Emil Kutscha "entdeckt" hat. Er dankte auch Libor Rouček für die für die Teilnahme an der Enthüllungsfeier. Libor Rouček, ehemaliger EU-Abgeordneter und Vorsitzender des tschechisch-deutschen Gesprächsforums, nahm ebenfalls an der Enthüllung der Gedenktafel teil. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Wien und war von 1988 bis 1991 Herausgeber der Voice of America. Rouček war Sprecher der Tschechischen Sozialdemokratie und später Sprecher der tschechischen Regierung. Von 2002 bis 2012 war er Mitglied des Europäischen Parlaments und Autor einer Reihe von Fachveröffentlichungen, darunter ein Buch über die deutsch-tschechischen Beziehungen.  „Es ist notwendig, Orten ihre Namen und ihre Geschichten zurückzugeben und heute war dies an einem mir wichtigen Ort erfolgreich geschehen“, schloss Michal Berg seine Ausführungen.

Historiker Michael Rataj verfasste 2016 eine Fachstudie über Emil Kutscha im Journal des Schlesischen Landesmuseums fühlte sich geehrt bei der Enthüllung der Gedenktafel über Emil Kutscha zu sprechen. Er erinnerte sich an 2014, als er eine Woche in Ottawa, Kanada, verbrachte, wo er als Doktorand im Fachbereich Tschechische und Tschechoslowakische Geschichte an der Universität Ostrava im kanadischen Staatsarchiv Kutschas unbearbeiteten Nachlass durchging. Während er sich Tag für Tag durch die auf Deutsch verfassten Materialien arbeitete, entstand vor seinen Augen eine Lebensgeschichte, die sich hervorragend als Vorlage für ein Hollywood-Drehbuch eignen würden, erzählte Ratai. Emil Kutscha verdiene es, u.a. für seine unermüdliche journalistische und politische Arbeit zur Verteidigung der ersten demokratischen Tschechoslowakischen Republik vor den Nazis und Kommunisten, hier gewürdigt zu werden.

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