Seliger Gemeinde

Die BRÜCKE - unsere Mitglieder- information

Zur aktuellen Ausgabe!

Zum Brücke-Archiv!

Präsidium / Vorstand / Jury

Die am 18. Oktober 2025 gewählte Vorstandschaft finden Sie hier!

Die Jury zur Vergabe des Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreises finden Sie hier!

Die Seliger-Gemeinde trauert um Olga Sippl

Veröffentlicht am 21.11.2025 in Allgemein

In einer stimmungsvollen Trauerfeier nahm die Seliger-Gemeinde Abschied von ihrer Ehrenvorsitzenden Olga Sippl

 

„Wenn der Tod mir nimmt das Leben, hör ich auf getreu zu sein!“

Olga Sippl zur letzten Ruhe gebettet – Frau des Wortes und der Tat – hoch dekorierte Brückenbauerin

 

Am Donnerstag, den 20. November 2025 wurde mit einer Trauerfeier im Friedhof am Perlacher Forst in München Olga Sippl, die Grande Dame der Sudetendeutschen Sozialdemokratie, zur letzten Ruhe gebettet. Sie verstarb am 18. Oktober 2025 im Alter von 105 Jahren. Da Olga Sippl keine Familienangehörigen mehr hatte, nahmen viele Freunde und Bekannte an der Trauerfeier teil. Darunter befanden sich der ehemalige Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde Dr. Peter Becher, der Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe Bernd Posselt, Die SPD-Landesvorsitzende Ronja Endres und die amtierende Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde Christa Naaß, die mit persönlichen Worten Abschied von Olga Sippl nahmen. Die geistlichen Worte spendete Monsignore Dieter Olbrich und Peter Heidler sowie Herbert Schmid untermalten die Trauerfeier musikalisch.

 

Mit „Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen“ wurde die Trauerfeier stimmungsvolle eröffnet. Das Lied aus der Oper Nabuccu von Guiseppe Verde hatte sich Olga Sippl in ihrem Nachlass für ihre Trauerfeier gewünscht. Die Geistlichen Worte von Monsignore Dieter Olbrich, einem Freund Olga Sippls aus vergangenen Tagen, spendeten der Trauergesellschaft Trost und bildeten einen würdigen Rahmen der anschließenden Urnenbeisetzung. Für die Seliger-Gemeinde hielt der ehemalige Bundesvorsitzende Dr. Peter Becher einen Nachruf auf Olga Sippl. Becher ließ den Lebensweg der Ehrenvorsitzenden der Seliger-Gemeinde revue passieren und stellte fest, dass die Verstorbene bereits bis zu ihrer Vertreibung mit dem letzten Antifa-Zug 1946, da war sie 26 Jahre alt, mehr erlebt habe, als andere in ihrem ganzen Leben. Peter Becher zeichnete ein eindrucksvolles Bild der nimmer müden und immer bestimmten Olga Sippl, wie die Trauernden sie über lange Jahre gekannt hatten und die sie bis zu Letzt gewesen war.

 

Auch den zweiten musikalischen Beitrag hatte sich Olga Sippl für ihre Trauerfeier selbst gewünscht. „Die Moldau“ von Bedřich Smetana ist als Hommage an ihre böhmische Heimat zu verstehen. Bernd Posselt, als Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe, würdigte Olga Sippl als „Frau des Wortes und der Tat“. Posselt schlug einen Bogen um die Bemühungen von Olga Sippl um die deutsch-tschechische Versöhnung, die nach seinen Worten im kommenden Jahr mit der Abhaltung des Sudetendeutschen Tages in Brünn, der zweitgrößten Stadt in der Tschechischen Republik, gekrönt würden.

 

Ronja Endres, Vorsitzende der bayerischen Sozialdemokratie, erinnerte in ihrem Nachruf an das persönliche Kennenlernen mit Olga Sippl bei ihrem 104. Geburtstag im vergangenen Jahr und an die mahnenden Worte der Grande Dame der Sudetendeutschen Sozialdemokratie, die so viel erlebt und so viel bewegt habe. Besonders die einfache persönliche Erinnerung an die Zeiten von 1938 mit den Worten „Es ist genau wieder so wie damals“, die Jubilarin weder mit einem Vorwurf noch mit einer Aufforderung verbunden hatte, seien ihr seitdem im Kopf geblieben, so Enders. Diese wenigen Worte verbinde sie auf ewig mit Olga Sippl, die bis zu Letzt überzeugt, engagiert und mutig für die Demokratie gekämpft habe.

 

Anschließend verlas die Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde, Christa Naaß, die Beileidsbriefe des tschechischen Botschafters a.D., Thomas Kafka, und der Generalkonsulin der Tschechischen Republik in München, Ivana Červenková, die leider aus terminlichen Gründen nicht persönlich anwesend sein konnten. Beide erinnerten an die „Brückenbauerin“ Olga Sippl, die für ihr Engagement für den deutsch-tschechischen Dialog sowohl mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (2002) als auch mit der tschechischen Karel-Kramář-Gedenkmedaille (2016), den beiden höchsten Auszeichnungen, die die beiden Länder vergeben können, ausgezeichnet wurde. Naaß erinnerte auch an die letzten Besuche bei Olga Sippl, in denen sie immer wieder die Worte „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“ im Kopf gehabt habe. Sie stammen aus einem Lied des Montanara-Chors, das auf Olga Sippls ausdrücklichen Wunsch unter Begleitung von Peter Heidler und Herbert Schmid gemeinsam zum Schluss der Trauerfeier gesungen wurde.

 

Und so verabschiedete sich Olga Sippl mit der letzten Strophe „Wenn der Mühlstein traget Reben und daraus fließt kühler Wein, wenn der Tod mir nimmt das Leben, hör ich auf getreu zu sein!“ von dieser Welt, ihren Freunden und ihrer Seliger-Gemeinde auf immer.

Alexanders- bader Forum

Forum Bad Alexandersbaddie Seliger Gemeinde ging 2018 mit einem neuen Diskussionsformat an den Start

Das Alexandersbader Forum befasst sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen im deutsch-tschechischen Dialog.

mehr dazu hier!

Lorem ipsum

Da immer größeres Interesse deutscher und tschechischer Leserinnen und Leser für diese Publikationen erkennbar ist, erweitert die Seliger-Gemeinde ihr Portfolio um das Format „Lorem ipsum“, das die Lust auf deutsch-tschechische Literatur aufgreift und unterstützen will.

Mehr dazu hier!