Seliger Gemeinde

Die BRÜCKE - unsere Mitglieder- information

Zur aktuellen Ausgabe!

Zum Brücke-Archiv!

Präsidium / Vorstand / Jury

Die am 18. Oktober 2025 gewählte Vorstandschaft finden Sie hier!

Die Jury zur Vergabe des Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreises finden Sie hier!

Herbstseminar 2025

Veröffentlicht am 03.11.2025 in Allgemein

Veronika Kupková präsentierte im Namen von Antikomplex die neue Buchreihe in Bad Alexandersbad

 

 „Mitten am Rande“

Ein ungewöhnlicher Reiseführer für das Grenzgebiet

Am Ende des Herbstseminars stellte Veronika Kupková, die in Komotau lebt und an der Universität in Aussig lehrt, den Verein Antikomplex vor und warb für die neuen vier Bücher „Mitten am Rande“, die von Menschen berichten, die das Grenzland, die ehemaligen Gebiete der sudetendeutschen Besiedlung, neu beleben. Und die sudetendeutsche Kulturlandschaft mit neuer Vielfalt lebbarer gestalten.

Der tschechische Verein Antikomplex hab während der CORONA-Pandemie einer Buchreihe gestartet, die Interviews mit Menschen liefert, die sich im ehemaligen Sudetenland engagieren, so eröffnete Veronika Kupková ihre Präsentation. „Mitten am Rande“ räumt mit dem veralteten Narrativ auf, das Sudetenland als einen verfallenden Raum zu betrachten. Ein modernes Layout, zweisprachige Texte und Schwarzweißfotografien laden dazu ein, sich mit dem Sudetenland auseinanderzusetzen, und diese Region neu zu entdecken. Die Interviews im Buch wecken den Wunsch hinzufahren – an die Orte, an denen Menschen alte Gebäude restaurieren, Bildungsinitiativen starten und vergessene Plätze wieder zum Leben erwecken“, so Krupková. Die darin vorgestellten Personen sind aktive Lehrer, die Gründer von Bürgerinitiativen oder Festivalveranstalter. Laut Kupková ist die vierbändige Buchreihe nicht dazu gedacht, im Bücherregal zu verstauben – stattdessen solle sie dazu einladen, die tschechischen Grenzgebiete neu zu entdecken.

Der tschechische Verein Antikomplex beschäftigt sich eigentlich eher mit geschichtlichen Themen – vor allem mit der Aufarbeitung der Geschehnisse nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung. Die jüngste Veröffentlichung der Organisation setzt sich aber mit einem eher aktuellen Thema auseinander. „Mitten am Rande“ heißt die Buchreihe, und Veronika Kupková hat sie herausgegeben.

 „Wir haben uns die Frage gestellt, welche Menschen eigentlich heute im Grenzgebiet leben. Und die Geschichten sind alle wirklich sehr spannend“, so Kupková über die vierbändige Publikationsreihe. In “Mitten am Rande” kommen Menschen zu Wort, die über ihre persönlichen Geschichten, ihr Schaffen und ihre Erfahrungen erzählen. Während ihrer Arbeit am Buch sprach die Co-Autorin zunächst mit Freunden und Bekannten: „Wir begannen mit Menschen, die wir kannten, und stießen darüber hinaus auf weitere Projekte.“ Unser Ziel war es, vor allem kleinen Initiativen Raum zu geben“, erklärt Kupková. Die Bücher beinhalten jeweils rund 15 Interviews mit „Menschen, die dem Sudetenland ein neues Gesicht geben“, wie es im Untertitel des Buches heißt. Kupková erläutert, welche Personen in der Publikation porträtiert werden: „Unser Ziel war es, Menschen zu finden, die in der Region einen Wandel anregen. Es sind also Leute, die im Grenzgebiet etwas Spannendes machen – und zwar nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Rest der Gesellschaft, etwa weil sie sich für Natur, Geschichte oder Architektur einsetzen.“

Wir wollten aber keine Menschen befragen, die bereits sehr populär sind. Stattdessen wollten wir Initiativen ins Zentrum der Aufmerksam rücken, die generell noch ein bisschen mehr Unterstützung gebrauchen könnten. Die einzelnen Geschichten wurden dabei nach den geographischen Regionen sortiert, in denen die Projekte angesiedelt sind. Während der erste Teil Menschen aus dem nordwestlichen Teil des ehemaligen Sudetenlandes vorstellt – also aus dem Grenzgebiet zu Sachsen –, geht es im zweiten Band in den Nordosten Tschechiens. Der dritte Teil führt von Joachimsthal bis Budweis und der vierte Teil in den Südosten der Republik.

Durch diese Berichte wolle das Team von Antikomplex das gängige Bild vom ehemaligen Sudetenland ändern, sagte Kupková, die selbst im tschechischen Teil des Erzgebirges lebt. Oft würden die tschechischen Grenzgebiete als strukturschwache und sozial abgehängte Gegenden beschrieben. „Wir haben uns lange mit verschiedenen Vorurteilen beschäftigt und dabei gemerkt, dass es in der tschechischen Gesellschaft, aber auch auf der deutschen Seite, immer noch viele Stereotype gibt. Ich denke, unser Projekt kann einen Beitrag dazu leisten, diese Vorurteile abzubauen“, so Krupková.

Gerade bei den Deutschen sei die Vorstellung vom Sudetenland zudem häufig noch von Eindrücken aus unmittelbaren Nachwendezeit geprägt, sagte sie weiter.  „Auf der deutschen Seite sind wir häufiger dem Phänomen begegnet, dass die Menschen ein Bild aus den 1990er Jahren in ihren Köpfen hatten, als sie zum ersten Mal die Grenzgebiete besucht hatten. Damals war die Situation noch viel schwieriger, und die Menschen haben deshalb gesagt, dass sich die Tschechen um nichts kümmern würden und auf der tschechischen Seite der Grenze alles verfallen und verlassen sei.“ Dass die Eindrücke von damals mit der heutigen Lage in weiten Teilen der früheren Sudetengebiete gar nicht mehr übereinstimmten, würden auch die Geschichten in „Mitten am Rande“ zeigen, so Kupková.

Nicht zu guter Letzt sollen die Publikationen der Projektmacherin Veronika Kupková zufolge auch Anregung dazu sein, das ehemalige Sudetenland auf eigene Faust zu erkunden. „Tatsächlich haben wir daran gedacht, dass die Bücher eine Art besonderer Reiseführer für die Grenzgebiete sein könnten. Wir wollen, dass die Menschen das Buch nicht nur lesen und im Schrank stehen lassen, sondern dass sie Lust bekommen, mit diesem Reisebegleiter die Grenzgebiete neu zu entdecken.“

Die Seliger-Gemeinde erwarb 2 Sätze der Gesamtpublikation und die Mitglieder können sich diese gerne ausleihen!

Die Bücher können natürlich auch direkt gekauft werden!

Bestellung unter: antikomplex.cz/knihy

Alexanders- bader Forum

Forum Bad Alexandersbaddie Seliger Gemeinde ging 2018 mit einem neuen Diskussionsformat an den Start

Das Alexandersbader Forum befasst sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen im deutsch-tschechischen Dialog.

mehr dazu hier!

Lorem ipsum

Da immer größeres Interesse deutscher und tschechischer Leserinnen und Leser für diese Publikationen erkennbar ist, erweitert die Seliger-Gemeinde ihr Portfolio um das Format „Lorem ipsum“, das die Lust auf deutsch-tschechische Literatur aufgreift und unterstützen will.

Mehr dazu hier!