Verdienter Vorkämpfer: Otto Kögler † (Sudetendeutsche Zeitung 11.05.2018)

Nachruf: Otto Kögler †

Otto war seit 2. Mai 1954 Mitglied der Seliger-Gemeinde und jahrzehntelang Vorsitzender der Ortsgruppe Ansbach, die er in beispielloser und hervorragender Art geleitet hatte. Wenn man seinen Lebensweg betrachtet, versteht man, warum er als politisches Urgestein bezeichnet wird.

Wie wir zuletzt von ihm erfahren durften, trat er als Neunjähriger dem sozialdemokratischen Arbeiter-, Turn- und Sportverband ATUS bei und als 16jähriger in die Sozialistische Jugend ein. Bis zum Anschluß des Sudetenlandes im September 1938 war er Leiter des Spielmannszuges der SJ. Nach vier Jahren Kriegsdienst und kurzer amerikanischer Gefangenschaft schlug er sich wieder bis in die Heimat durch. Dort erwartete ihn die Vertreibung.


In Hofstetten im damals mittelfränkischen Kreis Eichstätt schloß er sich dem von den Altgenossen aus Sandau gegründeten SPD-Ortsverein an und übernahm seine erste Funktion als Schriftführer. 1947 erhielt er eine Anstellung als Obmann beim Flüchtlingskommissariat für den Landkreis Eichstätt. Von 1948 bis 1951 war er Mitglied des Kreistages.

Auch in seiner neuen Wirkungsstätte im Landkreis Ansbach engagierte sich der umtriebige Sozialdemokrat politisch. Ab 1956 war er dort Mitglied des Kreistages und bis zur Gebietsreform 1972 Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Von 1972 bis 1990 arbeitete er als Stadtrat in Ansbach zum Wohle der Bürger. In seine politische Arbeit brachte er die Erfahrungen aus der beruflichen Tätigkeit bei der Regierung von Mittelfranken in den Bereichen Flüchtlingsangelegenheiten, Lastenausgleich und Wirtschaftsförderung ein, die ihm besonders am Herzen lagen. Als Gewerkschafter war er viele Jahre Personalrat bei der Regierung von Mittelfranken in Ansbach.

Bis zu seinem Tod war er Mitglied der SPD-Schiedskommission, klebte Wahlplakate, verteilte Flugblätter und war das letzte noch lebende Gründungsmitglied der Seliger-Gemeinde in Ansbach, deren Vorsitzender er seit 1993 bis zu seinem Tod war. Mehr als 65 Jahre war Otto Kögler mit Begeisterung Wahlhelfer. Dies wurde anläßlich der letzten Landtags- und Bezirkstagswahl in der „Fränkischen Landeszeitung“ gewürdigt. „Nur wer zur Wahl geht, hat das Recht zu meckern“, war seine Devise.

Wir danken dem Sozialdemokraten und engagierten „Seliger“ für seinen unermüdlichen Einsatz. Wir werden ihn nicht vergessen.

Nachruf Sudetendeutsche Zeitung, Folge 19, 11.05.2018