Seliger-Gemeinde: Gemeinsam sind wir stark (Sudetendeutsche Zeitung 22.06.2018)

Gemeinsam sind wir stark

Am 11. Juni konstituierte sich die in Oberfranken und in der Oberpfalz liegende neue Regionalgruppe Fichtelgebirge/Steinwald der Seliger-Gemeinde, in die die bisherige Ortsgruppe Hof integriert wurde. Zum Vorsitzenden der Regionalgruppe wurde der bisherige Hofer Ortsgruppen-Vorsitzende Peter Heidler gewählt, der auch bayerischer Landesvorsitzender der Seliger Gemeinde ist. Seine Stellvertreterin ist Irene Unglaub aus Wunsiedel.

Heidler konnte sich auch über drei spontane Eintritte während der Gründungsversammlung freuen. Er sagte, die Bildung der Regionalgruppe habe zum Ziel, die Kräfte im nordostbayerischen Einzugsbereich zu bündeln und eine politisch schlagkräftige Vereinigung zu etablieren. In seinem Eingangsreferat wies er vor allem darauf hin, daß sich die Seliger-Gemeinde parallel zu ihrer Tradition vor allem für die Grundwerte der Europäischen Union einsetze. Heidler rief dazu auf, den wieder erstarkenden nationalistischen Kräften, die Europa zerstören wollten, entschlossen, aber mit demokratischen Mitteln entgegenzutreten.

Albrecht Schläger, Ko-Bundesvorsitzender der Seliger-Gemeinde und BdV-Vizepräsident, Renate und Peter Heidler sowie Annette Karl MdL.

Auch Bundesvorsitzender Albrecht Schläger betonte in seinem Referat, man müsse den Zulauf zu den „Rattenfängern“ der AfD stoppen. Schläger rief alle Demokraten auf, zu zeigen, daß Winston Churchill, britischer Premier während und nach dem Zweiten Weltkrieg, nicht Recht bekomme mit seinem Ausspruch „Die Geschichte lehrt uns, daß wir aus der Geschichte nichts lernen“.

Albrecht Schläger, der in seinem Referat den historischen Weg der Sudetendeutschen nachvollzog, und politische Parallelen zwischen den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts und heute aufzeigte, faßte zusammen: „Wir wissen woher wir kommen. Deshalb wissen wir auch, wie wir die Zukunft gestalten sollen.“ Vertriebenenarbeit dürfe nicht in der Vergangenheit verharren, sondern müsse zukunftsgewandt sein, wie es die Seliger-Gemeinde praktiziere.

So sei bereits 1998 von der Seliger-Gemeinde durch die Brannenburger Thesen die richtige Richtung mit Verzicht auf Restitution aufgezeigt worden.
Die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl aus dem oberpfälzischen Neustadt an der Waldnaab sagte, sie habe zwar keine Vorfahren im Sudetenland, sei aber trotzdem Mitglied der Seliger-Gemeinde, weil deren Friedensarbeit und deren Einsatz für eine Verständigung in Europa vorbildlich seien. Sozialdemokraten hätten den Auftrag und die Verpflichtung, für einen stärkeren Zusammenhalt in Europa zu sorgen.

Der Steinwald ist ein Mittelgebirge und zugleich ein 1970 gegründeter, großer Naturpark im Regierungsbezirk Oberpfalz im Nordosten von Bayern. Naturräumlich gehört er zur Haupteinheit Hohes Fichtelgebirge.

Auch der Wunsiedeler SPDKreisvorsitzende Jörg Nürnberger betonte, die heutige Zeit brauche dringend wieder Brückenbauer vom Format der einstigen Seliger-Gemeinde- Vorsitzenden Wenzel Jaksch und Volkmar Gabert. Menschen, die die eigene Nation über alles andere stellen, seien in einem vereinten Europa fehl am Platz, sagte Nürnberger an die Adresse der AfD, der er eine undemokratische und rechtsextremistisch-nationalistische Haltung vorwarf.
Das weitere Ergebnis der Vorstandswahl: die Kasse führt Renate Heidler aus Hof, Schriftführerin wurde die Annette Karl MdL. Beisitzer im Vorstand sind Helmut Häcker aus Hohenberg an der Eger, Renate Immisch aus Hof, Jörg Nürnberger aus Tröstau, Albrecht Schläger aus Hohenberg an der Eger und Herbert Schmid aus Weiden.

Sudetendeutsche Zeitung, Folge 25 | 22.06.2018